Gesunderhaltung

Am gesündesten leben Pferde, wenn man sie so hält, wie es ihrer Natur entspricht. Schaut man sich eine Herde verwilderter Hauspferde an, wie sie z.B. in den USA, Namibia oder Australien existieren, so lassen sich wichtige Rückschlüsse ziehen, welche Bedürfnisse Pferde an ihre Umwelt stellen.

1. Das Leben im Sozialverband einer Herde

Pferde benötigen Sozialkontakt zu Artgenossen. Die naturnaheste Haltungsform wäre das Leben in einer altersgemischten Herde von mehreren Pferde. Es bietet Pferden die meiste Ablenkung, Beschäftigung und gibt ihnen Sicherheit.
Mit mindestens einem Artgenossen sollte jedes Pferd zusammenleben dürfen. Die Vergesellschaftung mit anderen Tierarten ist nur ein schwacher Ersatz. Selbst Esel und Pferde sprechen zwei ganz verschiedene Sprachen. Eine Einzelhaltung von Pferden ist absolut inakzeptabel und tierschutzwidrig.

2. Pferde zählen zum Fernwanderwild

Sie bewegen sich in der Natur ca. 16 Stunden am Tag. Den größten Teil dieser Zeit wandern sie dabei im Schritt weidend und Futter suchend umher. Manche Herden nehmen teilweise täglich Strecken von 30 Km auf sich, um von guten Weideplätzen zur Tränke zu gelangen.

Wer kann sein Pferd vor diesem Hintergrund mit gutem Gewissen 23 Stunden am Tag in eine kleine Box einsperren?

Pferde benötigen täglich - und am besten rund um die Uhr- die Möglichkeit zur freien Bewegung. Mindestens 3-4 Stunden Freilauf sollte auch jedem Boxenpferd zugestanden werden. Die artgerechteste Form ist die ganzjährige Haltung auf extensiv gemanagten, mageren Weiden, eventuell in Kombination mit einem befestigten Auslauf. Im Sommer sollte ein Sonnenschutz in Form von Bäumen oder einem Unterstand und in der kalten Jahreszeit ein Unterstand / Offenstall als Nässeschutz mit einer trockenen Liegefläche zur Verfügung stehen. Dabei sollte man besonders die Winterausläufe bewegungsanregend gestalten, in dem man die unterschiedlichen Aktivitätsbereiche (Tränke, Heu, Liegebereich, Wälzplatz etc.) möglichst weit von einander entfernt anlegt.

3. Pferde sind Dauerfresser

In freier Wildbahn wird die Nahrungsaufnahme nur von kurzen Ruhephasen oder Wanderungen zu neuen Futterplätzen / Tränken unterbrochen. Das Verdauungssystem der Pferde ist an die permanente Aufnahme energiearmen aber rohfaserreichen Futters angepasst. Rohfaserreiches Heu bzw, Gras sollte einem gesunden Pferd immer zur freien Verfügung stehen. Dies hilft Magengeschwüre, Koliken und andere Verdauungsstörungen zu verhindern.

 

   

Pferde und Esel in Not e.V.

   
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